Feierliches Franziskusfest am 11.10.2026 mit 150 Jahre Kloster Amstetten

Zwei besondere Jubiläen gab es am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, für uns Franziskanerinnen von Amstetten mit einem Festgottesdienst zu feiern:

* Das Gedenken, dass vor 800 Jahren der Ordensheilige Franz von Assisi zu Gott
heimgegangen ist
* Seit 150 Jahren leben und wirken Franziskanerinnen in Amstetten

Dabei denken wir Schwestern voll Dankbarkeit auch an das gottesfürchtige Ehepaar Johann und Anna Datzberger, das vor 150 Jahren den Grundstein gelegt für ein Werk der Bildung und Erziehung – die Klosterschule- die heute nicht mehr wegzudenken ist von der Stadt Amstetten.

Vor 150 Jahren, am Osterdienstag 1876 kamen die ersten vier Schwestern aus dem Mutterkloster Judenau nach Amstetten, und am 21. September wurde das neu erbaute Kloster feierlich eingeweiht. Der Unterricht in der Volksschule für Mädchen und die Betreuung der Kinder in der damals so genannten „Kinderbewahranstalt“ konnten am 1. Oktober 1876 beginnen.

Den Festgottesdienst feierte Pfarrer Peter Bösendorfer mit weiteren Priestern aus dem Kreis der befreundeten Priester.

Pfarrer Peter Bösendorfer würdigte in der Predigt den Einsatz der Schwestern, der vielen -vor allem Mädchen und Kindern aus armen Verhältnissen – den Zugang zu Bildung ermöglicht habe. So wie es die Darstellung „Jesus, der Kinderfreund“, in der Klosterkirche zeige, stellten die Franziskanerinnen immer Kinder und junge Menschen in die Mitte. Sehr eindringlich gab Pfarrer Bösendorfer den Kindern und Jugendlichen, aber auch uns allen, eine ermutigende Botschaft mit auf den Weg: „DU bist begabt, DU bist gesegnet, DU hast Zukunft!“

Diese Worte sind bei den Ehrengästen als frohmachende Botschaft angekommen. Mit uns Schwestern feierten den Dankgottesdienst und zeigten damit ihre Wertschätzung und treue Verbundenheit unsere Ehrengäste:

  • Sr. Angelika Garstenauer, Generaloberin der Franziskanerinnen Vöcklabruck
  • Die Mitschwestern aus den Niederlassungen der Franziskanerinnen Amstetten
  • Die zahlreich erschienenen Schwestern aus anderen Gemeinschaften
  • Herr Bürgermeister Christian Haberhauer mit Stadt- und Gemeinderäten
    In seinen Grußworten wies Bürgermeister Christian Haberhauer darauf hin, dass in den 150 Jahren die Schwestern in nachhaltiger Weise Bildungs- und Erziehungsarbeit geleistet und so im franziskanischen Geist unzählige junge Menschen auf ihrem Lebensweg begleitet hätten.
  • Mag. Elisabeth Binder, Geschäftsführerin des Vereins für Franziskanische Bildung, verbindet mit den 150 Jahren Klosterschule Amstetten gelebten Glauben, achtsame Menschlichkeit, Nächstenliebe, sichtbar im täglichen Handeln.
    Im Mittelpunkt des Wirkens der Franziskanerin in dieser langen Zeit nimmt sie Beziehungsarbeit wahr, Beziehung zu Menschen und Mitwelt.
    Vor allem bedeuten diese 150 Jahre, jungen Menschen Hoffnung geschenkt zu haben im Zuhören und im Dialog auf Augenhöhe. Zurückzuschauen heißt auch, in Dankbarkeit die Zukunft in den Blick zu nehmen, eine Zukunft, in der die von den Schwestern gelebten franziskanischen Werte weiterhin aktuell bleiben.
  • Aus dem Bereich der Schulverwaltung beehrte uns Herr SQM Mag. Dietmar Nahringbauer.
    Er wies vor allem auf ein humanistisches Bild von Bildung und Schule hin, dass sich in Lebenskompetenz, Verstand und Charakter zeige.
    Dabei sei die Verbindung von Wissen mit Herzensbildung wesentlich, ebenso der Wert der Eigenverantwortung und die Bereitschaft, Gesellschaft in Toleranz und Empathie mitzugestalten. Franziskanische Schulen seien Orte des Miteinander-Lernens, des Glücks und so immer modern und zukunftsfit.
  • Aus dem Schulamt der Diözese St. Pölten kam Frau Tanja Kloibhofer, Fachinspektorin für den kath. Religionsunterricht an den Pflichtschulen.
  • Unter den Festgästen waren auch derzeitige und ehemalige Leitungsverantwortliche und Lehrkräfte der Privat-Schulen in Amstetten, die im Sinne der Gründungsidee das Werk der Bildung und Erziehung in einsatzbereiter Verantwortung gestalten und weiterführen.

All das kam in der Feier des Festgottesdienstes in Liedern, in den Gebeten und in der musikalischen Gestaltung zum Ausdruck.

Eine Gesangsgruppe der Privaten Mittelschule Amstetten unter der Leitung von Frau Dipl.Päd. HOL Doris Meissner und Frau Dipl.Päd. HOL Maria Hausberger erfreute die festliche Gemeinschaft mit schwungvollen Liedern.

Die Orgel brachte DDr. Max Gottschlich in gewohnt bewundernswerter Weise zum Klingen. Dazu erklangen zwei Violinen, gespielt von Ulrike Ungler-Gottschlich und Herbert Suchy, und ein Cello, gespielt von Christof Rothaler.
Festliche Musik von Mozart und J. S. Bach gab dem gemeinsamen Dankgottesdienst einen besonderen Glanz.

Mit der großen Festgemeinde, mit all den Gästen, die ihre Verbundenheit und ihre Freundschaft mit den Schwestern zum Ausdruck bringen wollten, konnten wir Franziskanerinnen von Amstetten unseren Dank, unsere Freude und unsere Hoffnung vor Gott bringen. Diese Feier schenkt uns neu die Zuversicht, dass wir Zukunft haben im Vertrauen auf Gott, der unseren Weg mit seinem Segen begleitet.

Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst konnte Sr. Elvira Reuberger alle herzlich einladen zu einer Agape im Klosterhof.
Sehr viele Besucher und Besucherinnen nahmen sich Zeit zum gemütlichen Beisammensein und erfreuten sich an Begegnungen mit uns Schwestern, mit Bekannten und vielen „Ehemaligen“ im Klosterhof. 
Bei Speise und Trank konnte so der denkwürdige Nachmittag fröhlich ausklingen.

Text: Sr. Elvira Reuberger
Fotos: Wolfgang Zarl bzw. Archiv (1. Bild) des Klosters

Nach oben scrollen